KUNST leben


"The earth without art is just...  eh?


Dieses Zitat schenkten mir zwei sehr begabte langjährige ältere KuKi-Schülerinnen als wunderschön gestaltetes Kunstwerk an ihrem Abschiedstag. Beide haben inzwischen ihre beruflichen Pläne auf die Kunst ausgerichtet.

Das Zitat ziert seitdem mein Zuhause, denn es trifft wirklich den Kern meiner Lebensphilosophie. Ein Leben ohne Kunst ist für mich unvorstellbar.

 

KUNST leben bedeutet Kreativität in den Lebensmittelpunkt zu stellen und diese auf immer neue, vielfältige künstlerische Art und Weise zu erproben.

 

Zu Techniken und Ausdruckformen der KUNST kann man bestimmt in jeder Lebensphase finden, aber ein leidenschaftliches KÜNSTLERHERZ wächst ganz sicher vor dem Bewusstsein, was man mit seinem Leben anfangen möchte. 

 Meine Liebe zur KUNST begleitet mich schon mein ganzes Leben und begann in frühester Kindheit zu keimen.

Das Leben auf dem Land - aufgewachsen in bescheidenen Verhältnissen fast ohne Gleichaltrige, umgeben von Natur, war geprägt vom Spielen im Freien mit wenig vorgefertigtem Spielzeug und vielen Ausflügen in die Fantasie. Wie viele Kinder habe ich mit gesammeltem Naturmaterial oder Alltagsgegenständen Spielwelten aufgebaut, Figuren gezeichnet, Geschichten und kleine Bücher geschrieben.

Als Jugendliche entdeckte ich die Welt der Farben und begann zu malen. Es spielte keine Rolle, ob ich Papier, Wände, alte Möbel oder Gesichter bemalte.

In der analogen Fotografie boten sich mir wieder neue Möglichkeiten. Während meiner Zeit als Studentin experimentierte ich in der Dunkelkammer und fertigte Collagen. Auf dem Papier entwarf ich maßstabsgetreue Einrichtungsideen und setzte sie in meinen eigenen Wohnungen um.

In dieser und in einer späteren Lebensphase verdiente ich - neben anderen Jobs, Geld mit Auftragsmalerei (Gemälde, Illustration, Wandmalerei, Logo ...), begann, Inspirationen auf Reisen durch Europa zu sammeln und schrieb ausführliche Reiseberichte. Die ersten Jahre meines Lehrerinnendaseins ohne PC und Kopierer versah ich jeden handschriftlich verfassten Arbeitsbogen, jedes Spiel, jedes Plakat mit selbst gestalteten Illustrationen.

Meine Examensarbeit zum Zweiten Staatsexamen habe ich dem kreativen Umgang mit Sprache von Kindern gewidmet.

 

An meiner Arbeit als (zumeist Grundschul-)Lehrerin liebte ich besonders die jahrgangs- und fächerübergreifenden Projekte, in denen ich die Kinder beim Verfassen eigener Texte mit auf Fantasiereisen nehmen konnte, auf Lesereisen und auch beim Theater mit allerlei Kulisse oder in besonderen Kultur- oder Kunstprojekten.

Als meine eigenen Kinder klein waren, wurde in der freien Zeit gezeichnet, gebastelt, modelliert, verkleidet, vorgelesen, Kindertheater besucht und gespielt.

Viele Spielsachen und Kinderzimmermöbel habe ich selbst gefertigt.

Die Häuser, in denen meine Familie lebte, verwandelte ich mit einfachen Mitteln und Liebe zum Detail, indem ich entwarf, renovierte, alte Möbel aufarbeitete, die gewünschten Bildmotive malte und in Haus und Garten gestaltete.

Ebenso hielt ich es mit meinen Klassenräumen. Die Kinder sollten sich dort zugleich inspiriert und geborgen fühlen.

Die Wahl meiner Fächerkombination - KUNST, Deutsch und Sport, spiegelt mein Wesen und meine Interessen.

 

Eine chronische Erkrankung hat mich auf den Weg zurück zu meinem Wesen und meinen inneren Bedürfnissen geführt.

Mit einer gesunden Lebensweise in einem geruhsamen Rhythmus mit vielen Pausen, ist es mir gelungen, die Krankheit im Zaum zu halten und mir Zeit und Raum zu gönnen, meinen Fantasien oder Orten der Inspiration nachzusinnen.

Ich liebe das helle Sonnenlicht, den warmen Sommerwind und Ausflüge in die Natur, das Aroma von frischem Gemüse, den Duft von Wiesen und Blumen und den Gesang der Vögel. Am wohlsten fühle ich mich zwischen Dünen und Meeresrauschen. Ich gehe lieber zu Fuß oder fahre mit dem Rad als mit dem Auto. An Städten bewundere ich die Schönheit der Architektur und gediegene Stadtviertel, die gelungene Komposition in einigen Parks und natürlich die Vielfalt der Kunst in Museen, an Gebäuden und auf Märkten. Um möglichst viele meiner Vorlieben zu vereinen, bevorzuge ich auf meinen Reisen Küsten und Inseln mit mildem Klima. Ich wandele mit offenen Sinnen und fotografiere. Überall sammle ich Eindrücke, Dinge aus der Natur, interessante Gegenstände, kunsthandwerkliche Souvenirs und Kunstbände.

 

Ich verarbeite alle meine Erfahrungen  in meiner KUNST und lebe meinen "roten Faden":

Als Betrachter lasse ich mich gern treiben, als Aktive entfaltet sich meine Kreativität besonders dann, wenn die Kunstwerke eine Bleibe erhalten:  in einem Raum, an einem Gebäude, in einem Garten, für einen Anlass, als ein Auftrag oder ein Geschenk ...

Grundsätzlich ist es egal, ob es ums Malen, Gestalten, Schreiben oder Experimentieren mit ungewöhnlichem Material geht.

  Hat mich irgendeine Schönheit der Welt inspiriert, denke und feile ich solange an einer Idee, bis ich meine Assoziation mit den Augen wahrnehmen kann. Während der Arbeit empfinde ich Glück und mit ausreichend Zeit Entspannung. Zufriedenheit stellt sich erst ein, wenn das Werk meine Vorstellung widerspiegelt. Dieser Prozess vollzieht sich immer wieder auf Neue. Immer wieder baue und gestalte ich in Haus und Garten mit den unterschiedlichsten Gegenständen. Unsere Gäste sollen die Atmosphäre der Räume spüren, eine Wand als Teil eines Themas und ein Stück Garten als eine kleine Inszenierung wahrnehmen. Ich male mit verschiedenen Farben  in unterschiedlicher Weise auf verschiedenen Untergründen. Den in meiner Jugend häufiger genutzten Aquarellkasten benutze ich fast nur noch als Reise-Utensil, im Atelier arbeite ich lieber mit Acryl oder Lehm auf Holz, Spanplatte oder Leinwand. Die Zeichnung dient dabei in Form einer Skizze lediglich als Mittel zum Zweck. Natur, Architektur und selbst Baumärkte bieten immer wieder neue Inspiration und verführen zum Experimentieren mit ungewöhnlichem Material. Ich verarbeite maritime Fundstücke, Sand, Stein, Glas, Mosaik,  Alabaster, Marmor- und Steinstaub. Ich streue, gieße und lege Assemblagen, forme Reliefs und gestalte Objekt-Plastiken, in dem ich sie schichtweise auf einer einfachen Grundform aufbaue. 

 

Mein Schicksal hat mir Entschleunigung und Konzentration auf das Wesentliche verordnet und letztendlich hat es mir so auf wundersame Weise den Weg zurück zu meiner "Berufung" gewiesen:  sich in der KUNST auszudrücken.

 



 

Sonderschau " Kunst trifft Handwerk"  Malereibetrieb KARDE, Kiel 

 

Kleinformatige maritime Assemblagen und Reliefs im "feine art", Husum

 

Individuelle Projekte für Kinder oder Familien

im  KuKi-Atelier  unter  KINDERKURSE

 

Anmeldung  für neuen  KuKi-Kurs  2018/2019 an der VHS Husum